
Cordelia Koch, Bürgermeisterin von Pankow
Großstadt braucht Rückhalt
Infrastruktur sichern. Zusammenhalt stärken. Zukunft bauen.
Pankow wächst. Dabei fragen sich viele Menschen: Bleibt unsere Stadt lebenswert? Und funktioniert sie auch in Krisenfällen? Ich bin Bürgermeisterin von Pankow. Mein Auftrag ist, diese Großstadt zusammenzuhalten und in die Zukunft zu führen. Ich sage: Ja, sie bleibt lebenswert. Wenn wir jetzt die richtigen Entscheidungen treffen.

Prenzlauer Berg, Buch und Blankenfelde machen Pankow zu einer vielfältigen Großstadt. Und ich führe es auch so. Damit jeder Ortsteil gewinnt. Jeder Ortsteil braucht die passende Infrastruktur. Im Norden steht der öffentliche Nahverkehr im Fokus. Wir haben in Pankow nicht genügend Bibliotheken und Sportplätze. Vielerorts im Norden, Osten und Westen fehlen kulturelle Angebote. Im Süden geht es um den Schutz und den Ausbau von Grünflächen etwa durch Entsiegelung. Grundsätzlich erwarte ich vom Senat, dass Pankow die Mittel bekommt, die es braucht.
Meine Haltung ist klar: Was die Menschen zu recht erwarten ist eine Verwaltung, die in der Krise funktioniert. Und im Alltag erst recht. Sie muss die Probleme der Menschen lösen.
Was die Menschen in Pankow bewegt
Die Basis muss stimmen, der Alltag muss funktionieren.
Meine Haltung ist: Die Verwaltung gestaltet unser Pankow von morgen. Als Bürgermeisterin von Pankow transportiere ich jeden Tag diesetn Anspruch. Und ich erlebe, dass den Kolleginnen und Kollegen im Bezirksamt Pankow gute Ergebnisse wichtig sind. Ein guter Kontakt mit den Bürger:innen. Ein Dankeschön, das sich in Zufriedenheit und Entspannung äußert. Die Menschen erwarten von ihrer Verwaltung, dass ihr Kind in Pankow in die Schule gehen kann und nicht mehr in einen anderen Bezirk fahren muss. Sie erwarten sichere Wege. Mancherorts fehlt in Pankow noch der ganze Gehweg oder eine Straße. Sicher, wir haben viel nachzuholen und knappe Kassen. Und in den kommenden Jahren fehlt der Verwaltung eine ganze Generation, die im Sparzwang der 1990ern nicht eingestellt wurde. Meine Aufgabe ist es, dennoch Schritt für Schritt voranzukommen und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu verbessern. Denn: Die Verwaltung ist das Gesicht der Demokratie. An ihr bemisst sich, ob Menschen zufrieden sind. Daran arbeite ich jeden Tag.
Infrastruktur sichern
Auch in Zukunft muss das Leben bezahlbar bleiben. Dafür brauchen wir bezahlbaren Wohnraum. Wohnungen für 100.000 Menschen könnten in Pankow gebaut werden.
Als Bürgermeisterin von Pankow werde ich dem Senat deutlich machen, dass wir zu den Wohnungen auch Stadtteilzentren, Schulen, Kitas, Bibliotheken, Volkshochschulen und Grünflächen brauchen, um lebenswerte Quartiere zu schaffen.
Ich sorge dafür, dass wir die soziale Infrastruktur planen, bauen und von Anfang an ihre Finanzierung sichern. Und vor allem: Die Finanzierung dieser sozialen Infrastruktur kann nicht den Bezirken überlassen werden. Dafür ist unser Haushalt aktuell zu knapp bemessen.
Warum das zählt:
Das Gefühl, sicher zu leben, entsteht durch ein Netz an Nachbarn und Freunden. Und das entsteht durch Begegnung. Dies ist kein „nice to have“. Es ist das Fundament, auf dem wir unser Zusammenleben bauen.

Zusammenhalt stärken
Seit Corona leiden vielen Menschen unter Problemen, die Wartezeiten bei Psychologen sind lang. Der Ukraine Krieg hat weiter zur Verunsicherung von Menschen beigetragen und den Bedarf an niedrigschwellig zugänglichen Gesprächsangeboten erhöht.
Erster Anlaufpunkt sind Stadtteilzentren, in denen Menschen sich begegnen und gemeinsam Dinge tun.
Darum will ich die Stadtteilzentren zu Orten entwickeln, die im Alltag helfen und die Menschen in Krisen tragen. Dort möchte ich eine niedrigschwellige psychologische Versorgung von Menschen sicherstellen.
Warum das zählt:
Stadtteilzentren, die im Alltag so eingeführt sind, als ein Ort, der Hilfe bietet, ist auch im Krisenfall als Anlaufpunkt bekannt. Wir wissen auch, dass Stadtteile dann stabil sind und Menschen mit Krisen zurecht kommen, wenn es Orte gibt, an denen sich Menschen begegnen.

Zukunft sichern
Als Bürgermeisterin von Pankow arbeite ich heute schon daran, Pankow fit zu machen für die Zukunft. Wir planen erneuerbare Energien im Norden Pankows, da wo zukünftig das Gewerbegebiet an der A 10 entstehen soll und wo schon Windräder stehen. Da (und nur da) wollen wir weitere Windräder bauen und ich sage: Wir sollten weitere erneuerbare Energien ermöglichen wie Agri-Photovoltaik. Bei den Windrädern kommt mindestens eine als Bürgerenergieanlage in Betracht: gebaut von Bürgerinnen und Bürgern wird sie von einer Genossenschaft betrieben. So können die Menschen auch finanziell von der Windkraftanlage profitieren. Und wir sollten auch den erfolgreichen Weg anderer Kommunen gehen, die aus den Einnahmen durch die Windenergie Projekte finanzieren, für die sonst kein Geld da wäre. Und über die Pacht für die Anlagen schaffen wir das finanzielle Fundament in unserem öffentlichen Haushalt. Das ist Klimaschutz, der vor Ort konkret gebaut wird und den Bezirk handlungsfähig macht.
Warum das zählt:
Weil Zukunft nur funktioniert, wenn Menschen profitieren. Wir bauen Zukunft um zukünftig mehr Zukunft bauen zu können
Mein Kurs für Pankow: umsetzen!
Und wir kommen wir nun dazu, dass Versprechen umgesetzt werden? Denn darauf kommt es an. Auch hier bin ich klar: Ich orientiere die Verwaltung hin auf ein klares Ergebnis. In jedem Termin, den ich als Bürgermeisterin wahrnehme, treffe ich Verabredungen, kläre ich, wer verantwortlich ist. Und vor allem: Ich lege den Zeithorizont fest. Denn jedes Ziel braucht eine zeitliche Vorgabe.
Wir leben in einer Zeit, die stark von Zugehörigkeit geprägt ist. Social Media ist auf Bestätigung trainiert und es trainiert uns, immer wieder nach Bestätigung zu suchen. Das mag sich lange gut anfühlen. Doch wir verlieren unsere Fähigkeit zum Diskurs. Und wir sind es nicht mehr gewöhnt, andere Erfahrungen und Perspektiven zu erleben.
Als Bürgermeisterin von Pankow habe den Rathaus-Salon eingeführt. Wir sprechen in den Salons über Ostberlin. Erinnerungen. Gegenwart. Biografisches Erleben ist immer einzigartig und es ermöglicht einen Austausch ohne Bewertung, ein Kennenlernen und Zuhören, das Aushalten anderer Meinungen.
Nicht meckern, sondern machen. Das ist mein Motto, auch wenn das Klappern zum Geschäft gehört. Als Bürgermeisterin ist es meine Aufgabe, klar zu benennen, wo der Senat noch besser werden kann. Doch das reicht nicht. Mein Anspruch ist immer auch eine Lösung anzubieten und einen Weg, wie wir gestalten, statt zu verwalten.