Über mich

Cordelia Koch, Bündnis 90/Die Grünen, BVV Pankow

Cordelia Koch, Bündnis 90/Die Grünen

Wie ich wurde, wer ich heute bin:
Bürgermeisterin von Pankow

Aufgewachsen in einem Dorf in Hessen, nahe der Stadt Gießen, musste ich früh Verantwortung übernehmen: Ab 14 Jahren stand ich regelmäßig im Laden meiner Eltern und verkaufte Mode. Während des Jurastudiums leitete ich eine Filiale, traf die Auswahl des Einkaufs, beriet Kundinnen, gerne auch mal bei der Lösung privater Probleme. Oft verbrachte ich die Abendstunden mit Abrechnungen. Dazwischen paukte ich Französisch. Denn es zog mich hinaus aus der Enge der Provinz, Paris war mein Ziel. Dank des Erasmus-Programms schaffte ich es, einen Studienplatz an der Université Sorbonne zu ergattern.

Es war die Zeit der großen Demonstrationen gegen den Krieg im Irak. Und ich fragte mich: Was kann ich tun, als junge Juristin, gegen die Kriege in der Welt? Ich bewarb mich am Institut für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt. Dort begann ich meine Doktorarbeit über das Friedensabkommen, das den 15-jährigen Bürgerkrieg im Libanon beendete und die daraus hervorgegangene Verfassung.

Meine Forschung führte mich für ein Jahr nach Beirut. In der Hauptstadt des Libanon begriff ich, dass eine gute Verfassung zwar die Basis für ein funktionierendes Gemeinwesen ist, aber Zusammenhalt an der Politik im Kleinen hängt, der Umsetzung in den Kommunen und ob die Menschen gehört werden und dazu beitragen können. Das Angebot nach Bagdad zu gehen, um dort bei der Verfassung des neuen Irak zu beraten, schlug ich aus und ging stattdessen nach Berlin. Ich wollte selber Politik machen und helfen, ein Gemeinwesen zum Wohle der Menschen zu gestalten.

Heute trage ich Verantwortung für Pankow, in einer Zeit, in der Demokratie auch hier unter Druck steht, ganz anders als im Libanon oder Irak, aber ebenfalls herausfordernd.

In den vergangenen 20 Jahren habe ich viele Seiten Pankows kennengelernt: Zehn Jahre wohnte ich im szenigen Bötzowviertel mit Kachelofen und Blick auf einen tristen Hinterhof. Später zog ich in die Nähe der Wollankstraße, erlebte dort das Erwachen des Florakiezes. Seit 2017 lebe ich im Dorf Blankenfelde. Hier genieße ich das Ländliche, wo Nachbarschaft noch funktioniert, ohne die Dichte, das Urbane, die schnellen Veränderungen zu verlieren.

Pankow ist vieles zugleich:
Bezirk einer Millionenstadt mit quirligen Szene-Kiezen, Plattenbauten und beschaulichen Dorfkernen, Geschichte und Umbruch. Die DDR-Funktionselite lebte am Majakowskiring. Im Prenzlauer Berg organisierte sich die Opposition. Hier fiel die Mauer an der Bösebrücke.
Diese Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Realitäten, Spannungen und Brüche faszinieren mich, wie auch Pankows hart-herzliche Offenheit.

Seit 2023 leite ich das Bezirksamt mit über 2.700 Beschäftigten.
Mein Anspruch ist klar: gute Arbeitsbedingungen, klare Ziele, verlässliche Abläufe; eine Verwaltung, die Probleme löst und unser Pankow von morgen aktiv gestaltet.

Ich verstehe mich als Ansprechpartnerin für alle, die in Pankow leben, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Pass. Ich möchte, dass sich die Menschen hier zu Hause fühlen. Und dass sie spüren:

Diese Stadt funktioniert, weil sich jemand kümmert.

Daran arbeite ich. Jeden Tag.