Über mich

Cordelia Koch, Bündnis 90/Die Grünen, BVV Pankow

          Cordelia Koch, Bündnis 90/Die Grünen

Wie ich wurde, wer ich heute bin:
Bürgermeisterin von Pankow

Ich wuchs in einem Dorf in Hessen auf, als Tochter von Textil-Einzelhändlern.
Früh Verantwortung zu übernehmen, war für mich normal: Seit ich 14 bin, arbeitete ich regelmäßig in den Geschäften meiner Eltern, während des Jurastudiums leitete ich eine Filiale.
Arbeit bedeutete bei uns mehr als Broterwerb. Sie bedeutete: für unsere Mitarbeitenden da sein, Probleme lösen, Kurs halten, auch wenn es Gegenwind gibt.

Diese Haltung hat mich nie verlassen.

Ich studierte ein Jahr in Paris, in Frankreich hatte ich so etwas wie eine zweite Familie, und ging später nach Frankfurt und in den Libanon, um an meiner Dissertation über die libanesische Verfassung und das Ende des Bürgerkriegs zu arbeiten.
Gesellschaften, die unter Druck stehen und die Frage, wie Zusammenhalt entsteht, wenn Konflikte im Alltag präsent sind, haben mich immer interessiert. Heute trage ich Verantwortung für Pankow, in einer Zeit, in der Demokratie wieder unter Druck steht.

Nach Pankow kam ich vor bald 20 Jahren. Zehn Jahre lebte ich im Prenzlauer Berg. Seit 2017 lebe ich in Blankenfelde, weil ich hier das Dichte, Urbane, die schnellen Veränderungen nicht verliere und das Ländliche, wo Nachbarschaft noch funktioniert, genießen kann.

Vielleicht passt genau das zu Pankow.

Denn Pankow ist vieles zugleich:
Großstadtbezirk und Dorfkern, Szene-Kiez und Kleinstadt, Geschichte und Umbruch.
Die DDR-Machtzentrale lebte am Majakowskiring. Es organisierte sich die Opposition im Prenzlauer Berg. Hier fiel die Mauer an der Bösebrücke.
Diese Gleichzeitigkeit von unterschiedlichen Realitäten, damit auch Spannungen und Brüche gehören zur Identität dieses Bezirks, wie seine freundliche Offenheit.

Bürgermeisterin wurde ich nicht auf direktem Weg.
Nach der Wahl 2021 waren wir Bündnisgrünen stärkste Kraft in Pankow und doch kam ich zunächst nicht in dieses Amt. Erst nach der Wahlwiederholung wählte mich 2023 die BVV zur Bürgermeisterin von Pankow.
Diese Erfahrung hat mich geprägt. Sie bestätigt, dass Politik nicht in Schnellverfahren und markigen Worten oder glänzenden Posen besteht. Politik entsteht aus Beharrlichkeit und aus der klar vermittelten Bereitschaft, Verantwortung anzunehmen. Damit Politik etwas bewirken kann braucht es den langen Atem und den Willen, Aufgaben zu Ende zu führen.

Natürlich habe ich Fehler gemacht, kleine und große, wie diesen, der mich geprägt hat:
Als im Prenzlauer Berg wegen einer Weltkriegsbombe tausende Menschen evakuiert werden mussten, war mir nicht klar, dass meine Präsenz als Sozialstadträtin unverzichtbar ist. Meine Mitarbeiterinnen haben mich am nächsten Tag darauf hingewiesen. Deutlich. Und zu Recht.
Ich habe daraus gelernt: Führung heißt, die versierten Kollegen zu unterstützen und sichtbar Verantwortung zu tragen, gerade in Ausnahmesituationen.

Seit drei Jahren leite ich das Bezirksamt mit über 2.700 Beschäftigten.
Mein Anspruch ist klar: gute Arbeitsbedingungen, klare Ziele, verlässliche Abläufe; eine Verwaltung, die Probleme löst und unser Pankow von morgen aktiv gestaltet.

Ich verstehe mich als Ansprechpartnerin für alle, die in Pankow leben, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Pass. Ich möchte, dass sich die Menschen an diesem Ort der Vielfalt zu Hause fühlen. Und dass sie spüren: Diese Stadt funktioniert, weil sich jemand kümmert.

Mein Politikstil ist ruhig, klar und hartnäckig. Ich glaube nicht an große Gesten. Ich glaube an Beharrlichkeit und an Struktur. Und daran, dass man Konflikte nicht zuspitzen muss, um sie ernst zu nehmen.

Pankow ist eine Großstadt, die weiter wachsen wird. Aktuell haben wir Schulden beim Land Berlin. Natürlich haben die Menschen trotzdem Erwartungen an diesem Bezirk Pankow. Und wir haben ein enormes Potenzial.
Diese Stadt zu gestalten, ihre soziale Infrastruktur zu sichern, den Klimawandel praktisch anzugehen und den Zusammenhalt zu stärken: Das ist mein Auftrag.

Dafür kandidiere ich.
Und daran arbeite ich. Jeden Tag.