Cordelia, Trittin

Ein Pod Grünes: Gespräch mit Cordelia Koch über Fahrradstraßen, Pankower Tor und Verwaltungskämpfe

18.10.2019. „Meine politische Heimat war immer bei den Grünen. Das ist gar nicht so sehr wegen öko, sondern für die Emanzipation des einzelnen Menschen“, sagt Cordelia Koch, Vorsitzende der bündnisgrünen BVV-Fraktion in Pankow, im Gespräch mit Holger Thurm und Helene Bond. Im neuesten „Ein Pod Grünes“ erinnert sie sich an die 80er Jahre, an Kohls Strickjacke und den Saumagen und erzählt, wie sie diese Welt damals als viel zu homogen empfunden hat.

Ein Pod Grünes stellt regelmäßig aktive Mitglieder der Bündnisgrünen in Pankow vor. Dieses Mal geht es um die Arbeit in der Bezirksverordnetenversammlung und was die Bündnisgrünen dort in den nächsten Jahren erreichen wollen.

Zur Verkehrswende erläutert Cordelia Koch: „Wir wollen erstmal natürlich Fahrradstraßen. Da wird es diese Legislatur noch ziemlich vorangehen. Wir wollen die protected bike lane. Das ist ein Landesprojekt, aber das wollen wir natürlich auch in Pankow haben. Wir verfolgen aber auch den Ansatz, den öffentlichen Raum neu zu verteilen. Die Fahrräder haben einfach nicht genug Platz auf der Straße. Da möchten wir gerne noch in dieser Amtsperiode ein Pilotprojekt vorantreiben, wo wir die Umgestaltung des Straßenraums zugunsten von Fahrrädern erreichen.“

Ein Steckenpferd der Juristin ist die Umgestaltung der Verwaltung. Die muss bürgerfreundlicher werden. Sie erläutert das an einem Beispiel: „Was überhaupt nicht mehr passieren darf, ist folgendes: Es gibt einen Kitaträger, der stellt sich vor im Wohngebiet in Pankow einen neuen Standort aufzumachen. Der stellt sein Konzept der Senatsverwaltung vor und die sagt: Das ist ein super Konzept, musst Du unbedingt machen. Dieser Träger denkt: Alles in trockenen Tüchern. Ich mach da jetzt meine Kita mit 90 Kindern in Pankow auf. Was man ihm nicht gesagt hatte, ist: Er muss zum Bezirksamt in Pankow gehen und eine Baugenehmigung beantragen. Das sind Probleme, die in Berlin potenziert werden: Wer ist nun eigentlich zuständig. Dieser komische Zwitter zwischen Stadt, Land, Bezirk… Da müsste den Verwaltungsmitarbeiterinnen klar sein, dass sie den Bürger führen müssen durch diesen Verwaltungsdschungel.“

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